Tag 13, 14 und 15

Endlich kommen wir nach Spanien. Es ist eine kurze Fahrt zu unserem Endziel – der Ort La Pobla de Lillet. Davon hat bestimmt noch niemand gehört. Es ist eine wilde Fahrt über kleine Gebirgspässe und der Ort ist entzückend.

Der Grund, warum wir hier sind, ist allerdings nicht der Ort, sondern die Gärten von Artigas, ein von Gaudi angelegter Park. Wir hatten vor Monaten in einer englischen Gartenzeitung einen Bericht darüber gelesen. Warum hat Gaudi an so einem entlegenen Eck einen Park gestaltet?

In La Pobla hatte der reiche Industrielle Eusebio Güell eine Fabrik. Für die Arbeiter sollte Gaudi eine Unterkunft bauen. In dieser Zeit lebte er im Hause der Familie Artigas. Als Dank für die Unterbringung entwarf Gaudi „Die Gärten des Artigas“.

Der Garten ist nicht groß, aber wunderschön. Es fließt ein Fluss durch das Gelände am Hang. Es gibt Grotten und Brücken, Wasserspeier und Statuen.

Wir sind früh dort und sind mit einem anderen Mann die einzigen Besucher. Nach einer Stunde füllt sich der Garten. Es ist Sonntag und es ist ein beliebtes Ausflugsziel. Es gibt einen kleinen Zug, der die Besucher vom Parkplatz im Ort zum Garten fährt, der „Tren di Ciment“. Er fährt dann noch weiter zur alten Zementfabrik, die man auch besichtigen kann.

Wir fahren in den Ort, stärken uns mit einem „Bocadillo“ und fahren wieder zurück zum Campingplatz.

Nachmittags machen wir eine Mountain-Bike-Tour in den Bergen. Direkt hinter dem Camping Platz geht es steil den Berg hinauf. Wir fahren 22 km und 600 Höhenmeter durch die Berge. Wir treffen niemanden – nicht einmal Schafe!

Zurück am Platz wird im Pool gebadet. Das haben wir uns verdient.

Am nächten Tag fahren wieder mit den Rädern los. Es geht zu einem Mirador, einem Aussichtspunkt auf die Berge und La Pobla.

Unterwegs sehen wir ein Schild zum „Xalet de Catillaràs de Gaudi“. Wir sind mitten im Wald! Neugierig geworden, wird unser Plan verworfen und wir fahren zur Berghütte von Gaudi.

Das Chalet wurde von Gaudi 1902 entworfen und war gedacht für die Unterbringung der Minenarbeiter. 1932 wurde es an die Gemeinde La Pobla de Lillet übergeben. Eine Zeit lang war es Sitz der Stadtverwaltung. Dann verfiel es immer mehr und wurde vergessen. Erst als es eindeutig war, dass es von Gaudi entworfen wurde, begann man mit der Restaurierung. Von außen ist es bereits neu, betreten kann man es aber nicht.

Man fragt sich, warum man mitten im Wald auf einem Berg diese Unterkunft baute. Wie sind die Arbeiter zur Fabrik gekommen? Wie kamen die Mitarbeiter der Verwaltung an ihren Arbeitsplatz? Wir haben keine Straße in der Nähe gefunden. Es war für uns eine sehr anstrengende Mountain-Bike-Tour.

Nach dieser Tour freuen wir uns auf ein Bad im Pool. Der Camping Platz hat aber anscheinend beschlossen, dass die Saison vorbei sei. Sowohl Pool wie auch Rezeption und die Waschhäuser sind geschlossen. Uns wurde davon nichts gesagt. Gut, dass wir autark sind.

Kategorien: Blog

1 Kommentar

Susanne · September 20, 2022 um 8:30 pm

Hallo Ihr Lieben!
Von wegen hat noch keiner von La Pobla de Lillet gehört! Wir waren schon mehrmals da und kennen die Umgebung gut – wunderschön und interessant! Liebe Grüße!

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